Erfahrung schon seit 1987
Die
Schmerzklinik ist nach § 40 SGB V von allen gesetzlichen Krankenkassen als Rehabilitationseinrichtung anerkannt und auch beihilfefähig (OPS 8-918).

KOCCYGODYNIE
Schmerzen, Schmerz in der Steißregion

16a Allgemeine Wirbelsäulenerkrankungen
------16a.1 Halswirbelsäulensyndrom
------16a.2 Brustwirbelsäulensyndrom
------16a.3 Lendenwirbelsäulensyndrom
------16a.4 Sakralgie
------16a.5 Koccygodynie

16b Spezielle Wirbelsäulenerkrankungen
------16b.1 Morbus Scheuermann
------16b.2 Skoliose
------16b.3 Morbus Bechterew
------16b.4 Forestier Krankheit

Den Begriff "Koccygodynie" verwendet der Mediziner für einen Schmerz in der Steißregion. Für diesen Begriff gibt es mehrere Schreibweisen, so auch Coc cygodynie oder Kok zygodynie.

Bei einer Koccygodynie geben Patienten oft eine Verletzung als Ursache an, meist in Form einer Prellung beim Sturz aufs Gesäß. Die Schmerzen sind hauptsächlich beim Sitzen vorhanden.

Eine chronische Koccygodynie kann bei Frauen auch nach einer schweren Entbindung auftreten.
Als weitere (seltene) Ursache für eine Koccygodynie wären Neuralgien
(= attackenförmige Nervenschmerzen) des Plexus sacralis (= Nervengeflecht am Kreuzbein) und des Plexus co ccygeus (= Nerven geflecht im Bereich des unteren Kreuzbeines und Ste ißbeines) zu nennen.
Auch eine chronische Obstipation
(= Stuhlverstopfung) kann eine Koccygodynie verursachen.
Auch ein Sakralisation
(= Verschmelzung des Kreuzbeins mit dem 1. Stei ßbeinwirbel) kann Schmerzen in der Steißregion bewirken, wobei dann zusätzlich Kreuzbeinschmerz en bestehen.
Schließlich können noch Tendopathien
(= Irritationen / Störungen im Bereich von
Muskel ansätzen bzw. Sehnen am Knochen) für eine Koccygodynie verantwortlich sein.

Die genannten Ursachen führen i.d.R. zu einer unspezifischen Knochenhautentzündung (Periostitis) des S teißbei ns, nicht selten auch in Kombination mit einer Knochenentzündung (Ostitis bzw. Osteitis).

Eine manuelle (= mit der Hand durchgeführte) Untersuchung durch den Enddarm zeigt bei Koccygodynie eine örtliche Schmerzempfindlichkeit, selten eine deutliche Hypermobilität (= gesteigerte Beweglichkeit).

Eine operative Entfernung des Stei ßbeins sollte die absolute Ausnahme bleiben. Sehr hilfreich ist eine Stuhlauflage in Form eines Sitzringes, weil damit der statische Druck auf die Steißregion und damit auch der Schmerz verringert wird.

Nicht selten hält die Koccygodynie trotz einer kausalen (= auf die Ursache gerichteten) fachärztlichen Behandlung weiter an, so daß dann schmerztherapeutische Behandlungsmethoden gefragt sind. Oft sind diese bei verschiedenen Grundkrankheiten die gleichen, da sie sich nach dem Schmerz und seiner Ausdehnung und nicht mehr vorrangig nach seiner Ursache richten. Eine chronische Koccygodynie erfordert praktisch immer eine Kombination von verschiedenen Therapieverfahren, die i.d.R. nur in spezialisierte Zentren (Schmerzklinik) angeboten werden können. Bei einer Koccygodynie sind dies:

  1. Information über die Erkrankung
  2. Medikamentöse Behandlung (u.a. Schmerzmittel, schmerzlindernde Psychopharmaka, auch als Infusionen, individuell ausgetestet)
  3. Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) in Form von Infiltrationen und Nervenblockaden, evtl. rückenmarknahe Blockaden, auch kontinuierlich mit Katheter
  4. Physiotherapie (Krankengymnastik und andere Anwendungen), auch eine Magnetfeldtherapie (pulsierende Signaltherapie)
  5. Akupunktur (Schmerzakupunktur)
  6. TENS-Therapie (schmerzlindernde elektrische Ströme, die von einem kleinen tragbaren Gerät abgegeben werden), auch Hochtontherapie
  7. Psychologische Therapieverfahren (bes. Entspannungsverfahren und Schmerzbewältigungstraining)

Therapeutische Lokalanästhesie:

Zur Behandlung der Koccygodynie hat sich die therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel bzw. Lokalanästhetika) sehr bewährt.
Die sakralen
(= dem Kreuzbein entstammenden)
Nervenwurzel n sind einzeln in den paarig angeordneten 6 Foramina sacralia (= kleine Öffnungen im Kreuzb ein) blockierbar. Wiederholt werden jeweils 1-2 ml Bupivacain 0,25% eingespritzt.
Falls diese Maßnahme nicht ausreicht bieten sich zur Behandlung wiederholte Sakr alblockaden (Kau dal-Blockaden) an. Dabei handelt es sich um eine sog. rückenmarknahe Betäubung, die über einen kleinen Spalt im K reuzbein (Sakralkanal) durchgeführt wird. In hartnäckigen Fällen kann diese Betäubung auch kontinuierlich mit einem eingepflanzten Kunststoffschlauch (Katheter *) erfolgen, sofern dieser wegen der der Gefahr einer Infektion
(= Eindringen von Mikroorganismen wie z.B. Bakterien) (Nähe zum Enddar m!) seitlich unter der Haut mittels einer Untertunnelung weggeführt wird. Statt mit einem örtlichen Betäubungsmittel kann die rückenmarknahe Blockade / Betäubung auch mit einer verdünnten Morphin-Lösung durchgeführt werden, allerdings ist dabei die oft zu beobachtende, über die Behandlungszeit hinaus anhaltende Wirkung deutlich weniger ausgeprägt.
Schließlich wird man sich bei einer hartnäckigen und heftigen Koccygodynie zu einer kontinuierlichen, lumbalen
(= den
Lenden bereich betreffenden) epiduralen Blockade mit Katheter entschließen. Diese Methode hat gegenüber der oben beschriebenen, kontinuierlichen kaudalen Blockade den Vorteil, daß der eingepflanzte Katheter länger im Körper belassen werden kann, da das Risiko einer Infektion (= Eindringen von Mikroorganismen wie z.B. Bakterien) hier geringer ist.

Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind (Sympathikolyse), woraus im behandelten Körperbereich eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die durch entzündliche oder auch degenerative (= abnutzungsbedingte) Prozesse entstanden sind, hilfreich ist. Gleiches gilt für auch Schmerzen im Rahmen einer Nervenerkrankung, da eine verbesserte Durchblutung auch den Nervenzellstoffwechsel optimiert. Nach neueren Erkenntnissen vermag eine solche intensive Blockadebehandlung auch das sog. Schmerzgedächtnis zu löschen.

Daß Lokalanästhetika (= örtliche Betäubungsmittel) auch entzündungshemmend wirken, ist zwischenzeitlich wissenschaftlich erwiesen. Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, so klicken Sie hier.

Bei Koccygodynie (chronische) sind Hypnoide (= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Besteht ein Schmerz in der Steißregion längerfristig, ist im Rahmen einer psychologischen Begleitbehandlung auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Nerven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.

Laut den Ausführungen des Bundesministeriums für Gesundheit haben seit dem 1.4.2007 alle gesetzlich versicherte Personen einen Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und können sich ihre Rehabilitationseinrichtung sogar selbst aussuchen. Quelle: Web-Seite der Bundesregierung und Brief des Bundesgesundheitsministeriums an die Sozialministerien der Länder als Aufsichtsbehörde der gesetzlichen Krankenkassen.

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Aktualisiert:>12.10.2008</> kusb&
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